"Meine Katze ist aggressiv"

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Aggressives Verhalten von Katzen

Aggressives Verhalten gegenüber Menschen oder Katzen kommt häufig vor. Wenn die Katze plötzlich aggressiv wird, sollte von einem Tierarzt abgeklärt werden, ob eine Erkrankung der Grund dafür ist. Viele Krankheiten können durch Schmerzen zu einer veränderten Stimmungslage führen und die Katze dazu bringen zu beißen, zu kratzen oder eine andere Katze anzugreifen. Wenn keine körperliche Ursache vorliegt, kann das aggressive Verhalten unterschiedliche Auslöser haben.

Ursachen von Aggressionsproblemen bei Katzen

Aggression aus Angst

Ängstliche Katzen sind sowohl für den Menschen als auch für andere Katzen potenziell gefährlich. Viele Aggressionsprobleme bei Katzen entstehen aus der Angst heraus. Die Katze möchte sich schützen und den Menschen, Artgenossen oder andere Tiere auf Abstand halten. Die aggressive Katze reagiert auf eine Bedrohung oder versucht eine unerwünschte Situation zu beenden. Sie möchte beispielsweise nicht mehr gestreichelt werden oder möchte vor einer neuen Katze fliehen. Ängstliche Katzen greifen an, wenn man ihnen zu nahe kommt. Manchmal lässt es sich nicht vermeiden, die Katze muss in die Transportbox oder der Besitzer muss Medikamente verabreichen. Bei Zusammenführungen bzw. Vergesellschaftung werden Wohnungskatzen mit einer neuen Katze konfrontiert. Ängstliche Katzen kommen damit nicht immer zurecht, sie benötigen Unterstützung. 

Schmerz- oder schreckbedingte Aggression 

Aggressives Verhalten im Zusammenhang mit Schreck oder einem plötzlichen Schmerz erfolgt ohne Vorwarnung. Die Katze reagiert reflexartig auf ein schmerzhaftes Ereignis oder auf ein Schreckerlebnis. Solche Ereignisse passieren meist aus Versehen: man tritt der Katze auf den Schwanz oder lässt etwas fallen. Die hohe Erregungslage nach einem solchen Vorfall kann stunden- oder tagelang anhalten. Man sollte die Katze in Ruhe lassen und nicht versuchen sie zu trösten, sonst könnte man Opfer eines Angriffs werden. 

 

Es kommt auch vor, dass Katzen ihre tierischen Mitbewohner angreifen, weil sie sich erschrecken. Sie verbinden den Schreck mit dem dem Tier, das in der Nähe war und greifen es an. In dem Fall kann eine Aggressionsspirale entstehen, denn für das (unschuldige) Tier kommt der Angriff aus dem Nichts und es wird wiederum mit Aggression reagieren. 

Aggressives Verhalten aus Frustration

Frustrationsbedingte Aggression kommt häufig vor, wenn sich ein von der Katze erwartetes Ereignis verzögert oder nicht eintritt. Sie wird nicht mit dem Lieblingsfutter oder zu spät gefüttert, eine Belohnung oder Spieleinheit bleibt aus oder sie wird ausgesperrt. Handaufzuchten, also Katzen, die von Menschen aufgezogen wurden und nicht mit anderen Katzen aufgewachsen sind, neigen dazu auf Frust aggressiv zu reagieren. Aber auch normal aufgewachsene Kätzchen können aus Frustration heraus aggressiv reagieren. Veränderungen im Lebensumfeld, wie der Verlust eines Spielpartners oder eine Futterumstellung können zu Aggressionen führen. Im Umgang mit solchen Katzen müssen bestimmte Regeln aufgestellt werden.

Spielerische Aggression

Manche Katzenbesitzer bringen Babykatzen bei mit ihren Händen zu spielen oder Finger unter einer Decke zu jagen. Was bei einem jungen Kätzchen süß ist, fühlt sich bei einer ausgewachsenen Katze nicht mehr gut an. Es kann zu ernsthaften Verletzungen durch Katzenbisse oder Krallen kommen. Diesen Katzen muss man beibringen sich an Spielregeln zu halten.

 

Auch im Umgang mit anderen Katzen kann es zu ungleichem Spielverhalten kommen. Vor allem Kater messen gerne ihre Kräfte beim Spielen. Dabei kann es grob und rau zugehen. Katzen spielen eher Versteck- und Anschleichspiele und werden durch die spielerischen Angriffe eines Katers in Schrecken versetzt. Katzenhaltern kann er schwer fallen, einzuschätzen ob es Spiel oder Ernst ist. Wenn sich die Rollen von "Opfer" und "Jäger" abwechseln und es nicht zu Verletzungen kommt, spielen die Katzen miteinander. Wird eine Katze beständig gejagt und wirkt dadurch immer mehr verängstigt, sollte man eingreifen. 

Territoriale Aggression

Bei territorial bedingtem aggressivem Verhalten verteidigen Katzen ihr Revier. Begegnet eine territoriale Katze einer fremden Katze, wird sie nicht nur fauchen. Sie wird ihr Fell aufstellen und den Schwanz aufbauschen. Damit versucht der Revierverteidiger die andere Katze auf Distanz zu halten. Es kann auch zu Knurren und Schreien kommen. Die wenigsten territorialen Katzen greifen sofort an, sie fixieren und bedrohen den Eindringling zuerst. In diesem Moment könnte man noch eingreifen, bevor es zu einem Kampf kommt.

Territoriales Verhalten ist bei Katzen unterschiedlich stark ausgeprägt. Die Bereitschaft einer Katze ihr Revier zu teilen hängt von ihrer Sozialisation, der genetischen Anlage und vom Nahrungsangebot ab. Viele Katzen teilen sich ihr Revier, wenn genügend Rückzugsplätze, Kratzplätze, Fressplätze, Schlafmöglichkeiten und genügend Platz zum umherstreifen vorhanden ist. 

Oft kommt es beim Vergesellschaften von Katzen zu Aggression, da eine neue Katze in das Revier einer Katze eindringt. Deshalb muss man bei Zusammenführungen vorsichtig vorgehen und die Katzen nicht einfach aufeinander loslassen.

Wann muss man aggressive Katzen behandeln?

Aggressive Katzen stellen eine Gefahr für die Halter und andere tierischen Mitbewohner dar. Die Katzenbesitzer sollten so schnell wie möglich versuchen, die Ursache zu finden. Bei krankheitsbedingter oder hormonell bedingter Aggression kann der Tierarzt Abhilfe schaffen. Bei psychischen Ursachen kann eine Therapie zum besseren Verständnis für die Auslöser der Angriffe führen. Eine sorgfältig ausgewählte neue Partnerkatze kann eine Zusammenführung deutlich erleichtern. Aggression hat vielfältige Ursachen und man sollte bei der Behandlung die individuelle Lebenssituation der Katze und aller Beteiligten berücksichtigen. Nicht selten werden Katzen abgegeben, nachdem sie den Besitzer angegriffen haben, da die Halter der eigenen Katze nicht mehr vertrauen und Angst vor ihr haben.

 

Unsere Katzenpsychologin Veronika Wegner kann dabei helfen, aggressive Katzen besser zu verstehen und dem Besitzer Wege aufzeigen, sich vor Verletzungen zu schützen und die Beziehung zu seinem Haustier wieder herzustellen. Manchmal muss aber auch die Entscheidung getroffen werden, ein neues Zuhause für die Katze zu suchen.  Wende dich an uns wenn du eine tierpsychologische Beratung von unserer Katzenexpertin benötigst!